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SOHO 2010 / "60min" entropische Interferenzkopplung im Umraum Soundperformance + live CD recording von rosensprung und Guests + "soho walk" Videoarbeit von Friedrich Zorn 8.5.2010 / 19:00

 

rosensprung + guests bauen eine Klangskulptur in der Kalvarienberggasse, der Heimat des Labels und Studios Blauschacht. Über einen bestimmten Zeitraum wird im Stundentakt der Umraum akustisch gebannt und anschließend wiedergegeben, während rosensprung und Gäste mit den klanglichen Spiegelungen der Vorstunde durch akustische Interventionen in Korrespondenz treten. Dieser Dialog wird wiederum aufgenommen und erzeugt somit eine selbstreferenzierende zeitliche Feedbackschleife. Das Ergebnis wird mit dem Titel „60min" über Blauschacht auf Tonträger veröffentlicht.

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„soho walk“ zeigt die Verarbeitung der Gänge von Friedrich Zorn, der, tatsächlich ohne zu sehen, ausgestattet mit einem Blindenstock, ihm mehr oder weniger bekannte Straßenzüge im Brunnenviertel Ottakring durchstreift. Bis zu fünf verborgene Kameras sind an seinem Körper angebracht, am unteren Ende des Stocks, an den Schuhspitzen und Händen. Medientechnische Instrumente werden als wahrnehmendes Organ eingesetzt und so zum aktiven Teil des Agierenden. Der Stock fungiert als vorgelagertes, tastendes Auge, dessen Aktivität durch die Aufnahmeschärfe im Makrobereich der darin versteckten Kamera akzentuiert ist. Synchron laufen am gefertigten Video die durch die verschiedenen Körperbewegungen rhythmisch determinierten Aufnahmen, begleitet von den Live Geräuschen der Umgebung und der akustischen Performance von Rosesprung ab. Die auf Rhythmik, Taktiles und Akustik reduzierte Wahrnehmung schafft eine spezifische Empfindungswelt, die Friedrich Zorn in das bildliche Medium transponiert und in filmischer Abwicklung präsent visualisiert.